Ausgabe 1 (Mai 2007)

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Willkommen bei Peutz Aktuell!

Dies ist die erste Ausgabe unseres Newsletters, mit dem wir Sie über neue Entwicklungen und Trends aus den Bereichen Schallschutz, Akustik + Bauphysik, Erschütterunsschutz und Umwelttechnologie informieren. Zukünftig planen wir mehrere Ausgaben des Newsletters im Jahr.



Neue Energieeinsparverordnung EnEV von Bundesregierung beschlossen

Am 25.04.2007 hat die Bundesregierung die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) beschlossen. Damit wird die EG-Verordnung über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in nationales Recht umgesetzt. Der Bundesrat muss noch seine Zustimmung zur EnEV erteilen, erst danach kann sie in Kraft treten, voraussichtlich im Herbst 2007.

Mit der novellierten EnEV wird auch die Einführung von Energieausweisen für den Gebäudebestand geregelt. Ab Anfang 2008 wird der Ausweis schrittweise eingeführt. In Abhängigkeit des Gebäudealters wird der Energieausweis auf Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder des tatsächlichen Energieverbrauchs ausgestellt. Für Nichtwohngebäude sollen beide Varianten erlaubt sein. Damit haben Immobilienbesitzer, Erwerber und Mieter erstmals eine Möglichkeit, sich über die energetische Qualität eines Gebäudes zu informieren.

Auch für die Planung von Neubauten treten mit der neuen EnEV umfangreiche Neuregelungen in Kraft, insbesondere durch die Berücksichtigung der DIN 18599 im Nichtwohnungsbau. Neu ist hier z.B. die Berücksichtigung des Energiebedarfs für Beleuchtung und Klimatisierung von Gebäuden sowie die getrennte Bewertung verschiedener Gebäudezonen mit gleichartiger Nutzung und Ausstattung. Die neuen Berechnungsweisen erfordern eine spezielle Software und erfahrene Anwender. Es bleibt zu hoffen, dass neben der bloßen Datenverwaltung die Beratung nicht zu kurz kommt, damit die angestrebten Ziele der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zum Wohle der Bauherren und Nutzer auch erreicht werden können.

Der detaillierte Text der Energieeinsparverordnung kann hier herunter geladen werden.



Neue Nachweisverfahren in der Bauakustik: Entwurf der DIN 4109-1

Im Entwurf der neuen DIN 4109-1 (Entwurf 2006-10) erfolgt die Umstellung der bisher verwendeten Schalldämmwerte auf nachhall-bezogene Schallpegel und Schallpegel-differenzen. Dies hat die Konsequenz, dass nun eine situationsbezogene Planung möglich wird, die unterschiedlicher Geräuschentwicklung und Geräuschempfindlichkeit Rechnung trägt. Die Norm soll auch zukünftig aus mehreren Teilen aufgebaut sein, die derzeit in Vorbereitung sind.

Aufgrund der sehr umfangreichen Änderungen, die aus dem Entwurf der DIN 4109-1 (2006-10) resultieren, bleibt abzuwarten, in wie weit sich diese Änderungen tatsächlich in der endgültigen Fassung wiederfinden werden.

Ausdrücklich will die neue Norm im Teil 1 nun dem Schallschutz im Sinne des Gesundheitsschutzes von Menschen dienen. Die hierauf basierende auffälligste Neuerung ist die Einführung eines Maßgeblichen Außenlärmpegel speziell für den Nachtzeitraum, der deutlich strengere Anforderungen enthält als der bis dato anzuwendende und für den Tageszeitraum weiterhin gültige Maßgebliche Außenlärmpegel gemäß DIN 4109/89. Die Konsequenz hieraus sind deutlich erhöhte schalltechnische Anforderungen an Gebäudefassaden von Schlafräumen.

Die Anforderungen der neuen DIN 4109 sollen nun auch Grundlage zur Auswahl von Baukonstruktionen bei der baulichen Änderung bestehender Bauten sein. Dies entspräche einer Anpassung an die gängige Rechtsprechung, die auch bei Umbaumaßnahmen die Anforderungen aus der DIN 4109/89 zu Grunde gelegt hat, obwohl sie eigentlich nur für Neubauten anzuwenden ist.



Die Novellierung der Arbeitsstättenverordnung

Zur Umsetzung der EG-Richtlinien 2002/44/EG und 2003/10/EG wurde die Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) vom 06.03.2007 erlassen. Als Ersatz für die Arbeitsstättenverordnung aus 1975 und die Unfallverhütungsvorschrift wurden neue Regelungen bezüglich Lärmwerten und Vibrationswerten an Arbeitsstätten getroffen. Für Betriebe ergeben sich durch neue Richtwerte strengere Anforderungen.

Die Verordnung dient zum Schutz der Beschäftigten vor tatsächlichen oder möglichen Gefährdungen der Gesundheit und Sicherheit durch Lärm oder Vibrationen bei der Arbeit. Im Vergleich zur "alten" Unfallverhütungsvorschrift BGV B3 "Lärm" sind die Grenzwerte um 5 dB(A) reduziert worden. Der "untere Auslösewert", ab dem ein Arbeitsgeber seinen Mitarbeitern persönlichen Gehörschutz zur Verfügung stellen und regelmäßig unterweisen muss, liegt nun bei einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A). Gleiches gilt ab einen Spitzenschalldruckpegel von 135 dB(C). Der obere Auslösewert ab dem Lärmpegelbereiche zu kennzeichnen sind, beträgt als Tages-Lärmexpositionspegel 85 dB(A) und als Spitzenschalldruckpegel 137 dB(C). Ab diesen Werten sind ebenfalls Programme mit technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen zur Minderung des Lärms auszuarbeiten.

Analog zum Lärm werden bei Vibrationen ebenfalls Auslösewerte und Expositionsgrenzwerte definiert. Hierbei wird unterschieden zwischen Hand-Armvibrationen und Ganzkörpervibrationen.

Die LärmVibrationsArbSchV ist für den Musik- und Unterhaltungssektor erst ab dem 15. Februar 2008 anzuwenden. Gleichfalls gelten Ausnahmen für Baugeräte, die vor dem Jahr 1997 hergestellt wurden.

Der detaillierte Text der LärmVibrationsArbSchV kann hier herunter geladen werden.



Neuer Freizeitlärmerlass NRW

Mit Datum 23.10.2006 wurde der Freizeitlärmerlass in NRW novelliert. Darin sind nach wie vor Bestimmungen zur Beurteilung von Geräuschen aus Freizeiteinrichtungen enthalten. Grundsätzlich wird auf die TA Lärm als Erkenntnisquelle verwiesen. Neu sind spezielle Bestimmungen zur Beurteilung von Außengastronomie, z.B. Biergärten.

Mit Hinweis auf die Regelungen im Landesimmissionsgesetz (LImSchG) kann unter bestimmten Voraussetzungen – abweichend von den bisherigen Regelungen – der Tagszeitraum bis Mitternacht ausgedehnt werden. Dies stellt für die meisten Biergärten eine erhebliche Lockerung der Beurteilungsmaßstäbe dar. Diese Regelungen können aber nicht immer angewendet werden, z.B. nicht für Musikbeschallung, Fernsehübertragungen oder dergleichen. Auch kann die Ausdehnung des Tageszeitraums nur vorgenommen werden, wenn die Schutzbedürftigkeit der Nachbarschaft dem nicht entgegensteht. Eine pauschale Aussage, dass Biergärten künftig uneingeschränkt bis 24:00 Uhr geöffnet sein dürfen, ist daher nicht richtig!

An den Regelungen des neuen Freizeitlärmerlasses besteht durchaus Auslegungsspielraum, so dass sich eine einheitliche Bewertung erst noch in der Praxis zeigen muss.

Der detaillierte Text des Freizeitlärmerlasses NRW kann
hier herunter geladen werden.



Messergebnisse Luftschadstoffe 2006 des LUQS-Messystems veröffentlicht

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV, ehemals LUA) NRW hat am 26.04.2007 die Messdaten des LUQS-Luftqualitäts-Messnetzes NRW veröffentlicht. Die Ergebnisse der Luftqualitätsüberwachung sind auf der Website des LANUV als Jahreskenngrößen nachzulesen.

Danach zeigen sich bei der Bekämpfung der Feinstaubbelastung Fortschritte. So sank z.B. an der viel zitierten Corneliusstraße in der Düsseldorfer Innenstadt die Zahl der Tage mit einem Tagesmittelwert Feinstaub von mehr als 50 mg/m³ von 84 Tagen in 2004 auf 47 Tage in 2006. Zwar wird damit die nach 22. BImSchV zulässige Zahl von 35 Tagen noch immer überschritten, aber eben deutlich geringer als noch 2004.

Großer Handlungsbedarf liegt aber bei der Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) vor. An stark belasteten Straßen liegen durchweg Überschreitungen des zulässigen Jahresmittelwerts vor. Die Trends zeigen hier überwiegend eine Stagnation, manchmal aber sogar eine leichte Zunahme der Konzentrationen.

Inwiefern hier Luftreinhaltepläne eine deutliche Minderung bewirken können, wird die Zukunft zeigen. Das Minderungspotenzial wird zurzeit in der Fachwelt diskutiert, so auch auf der Fachtagung METTOOLS in Garmisch-Partenkirchen im April, an der auch die Peutz Consult teilnahm.


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