Ausgabe 2 (Dezember 2007)

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Heute erhalten Sie die neueste Ausgabe unseres Newsletters, mit dem wir Sie über neue Entwicklungen und Trends aus den Bereichen Schallschutz, Akustik + Bauphysik, Erschütterungsschutz und Umwelttechnologie informieren.



Geruchsbeurteilung in der Landwirtschaft

Bei der Neuplanung landwirtschaftlicher Betriebe oder auch bestimmter Industriebetriebe sind im Rahmen der Genehmigungsverfahren häuftig Aussagen zu möglichen Geruchsbelästigungen in der Umgebung erforderlich. Bewertungsgrundlage für sogenannte "Geruchtsimmissionen" ist die Geruchsimmissions-Richtlinie (GIRL).

Grundsätzlich werden Geruchsimmissionen, die erkennbar und klar abgrenzbar aus Anlagen oder Anlagengruppen stammen, nach GIRL an Hand der Häufigkeiten des Auftretens bewertet. Dazu werden sogenannte "Geruchsstunden" verwendet. Das ist die Anzahl der Stunden je Jahr, an denen eine Geruch wahrgenommen werden kann.

Die Erfassung der Geruchsimmissionssituation kann durch eine Rasterbegehung vor Ort, eine Immissionsprognose (Ausbreitungsrechnung) oder einer Fragebogenerhebung nach Richtlinie VDI 3883, Blatt 2 erfolgen. Die statistische Auswertung dieser Daten erlaubt die Angabe der Geruchsimmissionshäufigkeiten. Zulässig sind heute in Wohn- / Mischgebieten Geruschsimmissionen an 10 % und in Gewerbe- / Industriegebieten 15 % der Jahresstunden.

Bei den Immissionswerten gemäß GIRL handelt es sich also um relative Häufigkeiten der Geruchsstunden pro Jahr. Diese ergeben sich als Gesamtbelastung aus der Summe der vorhandenen Vorbelastung und der Zusatzbelastung durch z.B. einen Gewerbebetrieb. Die so ermittelte Gesamtbelastung ist mit den Immissionswerten der GIRL zu vergleichen und zu beurteilen.

Ergebnisse aus neueren Studien fließen zur Zeit in Überlegungen ein, die Immissionswerte der GIRL zu erweitern. Die GIRL wurde aus der „Raffinerie-Richtlinie“ von 1975 in Verbindung mit der so genannten „MIU-Studie“ entwickelt. Diese Richtlinien und Studien befassten sich mit der Erheblichkeit von Belästigungen durch Gerüche aus der (chemischen) Industrie. Gerüche aus der Landwirtschaft und Tierhaltung sind somit von der GIRL eigentlich nicht abgedeckt.

Die aus diesen Studien gewonnenen neuen Erkenntnisse zu Geruchsimmissionen aus der Landwirtschaft und Tierhaltung sollen zu einer Ergänzung der Immissionswerte der GIRL um die Nutzungsgebiete Dorfgebiet mit 15 % der Jahresstunden und Außenbereich mit 25 % der Jahresstunden führen. Die Umsetzung dieser neuen Regelungen in die GIRL kann allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.



Rechtsanspruch auf Minderung von Feinstaubimmissionen

Mit Urteil vom 27. Spetember 2007 (BVerwG 7 C 36.07) hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Anspruch Dritter auf Abwehr seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch planunabhängige Maßnahmen bei Vorliegen von Überschreitungen des Immissionsgrenzwertes der 22. BImSchV für Feinstaubpartikel (PM10) gestärkt.

Im vorliegenden Fall hatte ein Anwohner der stark befahrenen Landshuter Allee in München die Landeshauptstadt München auf Einleitung von Maßnahmen gegen eine vorliegende Überschreitung der Immissionsgrenzwerte der 22. BImschV für Feinstaub (PM10) verklagt. Der Kläger beantragte insbesondere eine Beschränkung des Kraftfahrzeugverkers in der Art, daß die Immissionsgrenzwerte für Feinstaub sichergestellt würde.

Die beklagte Stadt München lehnte dies mit Hinweis auf einen noch zu erstellenden Aktionsplan ab. Dieser hätte aber aufgrund der fortbestehenden Überschreitungssituation bereits seit Anfang 2005 vorliegen müssen. Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass die Stadt München bei Gefahr der Überschreitung des Immissionsgrenzwertes für Feinstaub auch planunabhängige Maßnahmen, sofern sie nicht unverhältnismäßig sind, zur Einhaltung des Grenzwertes einzuleiten habe.

Solange wie kein Luftreinhalteplan oder Aktionsplan besteht, können Anwohner von Straßenabschnitten mit Feinstaub-Grenzwertüberschreitungen verlangen, dass die Straßenverkehrsbehörde Maßnahmen ergreift, die straßenverkehrsbedingte Überschreitungen des Immissionsgrenzwertes ausschließen.

Das Urteil unterstreicht die Bedeutung der Luftreinhalteplanung und die Notwendigkeit für eine koordinierte Luftreinhalteplanung bei Überschreitung der Immissionsgrenzwerte. In NRW ist bereits eine Vielzahl von Aktionsplänen und Luftreinhaltepläne in Kraft oder vorbereitet.

Der komplette Urteilstext kann hier herunter geladen werden.



Energieeinsparverordnung - EnEV 2007

Am 1. Oktober 2007 ist die neue Energie-Einsparverordnung in Kraft getreten. Mit dieser Verordnung werden nun in Deutschland die Vorgaben der europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz für Gebäude aus dem Jahr 2002 in nationales Recht umgesetzt.

Nachdem in der Vergangenheit in den ersten Wärmeschutzverordnungen von 1977 und 1982 nur die wärmetechnischen Eigenschaften der Gebäudehülle untersucht wurde und später in der Überarbeitung von 1994 eine überschlägige Berechnung des Jahresheizwärmebedarfes erfolgte, beinhaltete das Berechnungsverfahren der Energie-Einsparverordnung 2002 bereits recht detailliert die Energiebilanz für die Heizungsanlage und die energetischen Vorteile von Lüftungsanlagen. Die technischen Regelwerke zur Berechnung der haustechnischen Anlagen (DIN 4108-6 und DIN V 4701-10) waren jedoch bislang eigentlich nur für Wohngebäude bestimmt.

Mit der erstmalig im Jahre 2005 vorgestellten und im Jahr 2007 überarbeiteten Berechnungsnorm DIN V 18599 steht heute auf 850 Normseiten ein sehr detaillierter Ansatz zur Bewertung der Energieaufwendungen der haustechnischen Anlagentechnik insbesondere auch für Nichtwohngebäude zur Verfügung.

Einige wesentliche Neuerungen der EnEV 2007 sind:

  • Pflicht zur Erstellung von Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweisen für den Gebäudebestand in Abhängigkeit bestimmter Übergangszeiten;

  • Detaillierte Berechnungen auch für Nichtwohngebäude möglich;

  • Bilanzierung aller Energieaufwendungen für Heizung, Kühlung, Lüftung, Luftbefeuchtung, Trinkwarmwasserbereitung, Beleuchtung sowie der zugehörigen elektrischen Hilfsenergien und Energieverluste;

  • Keine festgelegten Grenzwerte für den zulässigen Primärenergiebedarf von Gebäuden sondern individuelle Berechnung der Grenzwerte mittels eines baugleichen Referenzgebäudes;

  • Der Primärenergiebedarf kann nur noch mit einer speziellen und umfangreichen Software berechnet werden, da es sich um ein iteratives Monatsbilanzverfahren handelt (kein Handrechenverfahren) und die Parameter sehr umfangreich sind.


  • Als problematisch hat sich in der Praxis herausgestellt, dass die Softwarehersteller die DIN V 18599 erst sehr spät umgesetzt haben. Obwohl schon früh erste PC-Programme für die neue EnEV 2007 angeboten wurden, waren diese jedoch zunächst auf Wohngebäude oder eine sehr einfache haustechnische Anlagentechnik beschränkt. Die Berücksichtigung aller in der DIN V 18599 aufgeführten technischen Anlagen ist nun seit einiger Zeit mit den ersten Softwareprodukten möglich. Die meisten groben Fehler mancher Softwareprodukte in der Testphase wurden durch die Anwendung durch viele Benutzer mittlerweile behoben, so dass sich das neue Berechnungsverfahren jetzt in der Praxis bewähren muss.

    Leider hat der Gesetzgeber bislang versäumt, eine klare Regelung zur vereinfachten Anwendung der DIN V 18599 zum Bauantragsnachweis vorzugeben, so dass sich viele Fragestellungen als Vereinheitlichung wohl erst in den nächsten Jahren klären werden.

    Die ersten Erfahrungen mit der DIN 18599 bestätigen die Befürchtungen, dass der Arbeitsaufwand für die energetischen Berechnungen deutlich gegenüber den bisherigen Nachweisverfahren gestiegen ist. Viel Zeit wird zur Erfassung und Eingabe einer Vielzahl von Details benötigt, die für die Gesamt-Energieeffizienz des Gebäudes irrelevant sind.



    Blower-Door-Messungen

    Mit der Einführung der neuen Energie-Einsparverordnung 2007 bleiben die Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden unverändert bestehen. Gemäß § 6 in Verbindung mit Anlage 4 der EnEV ist für Fenster mindestens die Fugendurchlässigkeitsklasse 2 bzw. 3 einzuhalten. Bei einer Überprüfung der Luftdichtheit der Gebäudehülle dürfen folgende Luftwechsel bei einer Druckdifferenz zwischen innen und außen nicht überschritten werden:

  • ohne raumlufttechnischen Anlagen:
    n50 = 3,0 h-1

  • mit raumluftechnischen Anlagen:
    n50 = 1,5 h-1


  • Auch in der neuen EnEV 2007 kann der rechnerisch angesetzte Luftwechsel bzw. die entsprechenden Energieverluste durch die Lüftung für den Nachweis des Primärenergiebedarfes gemindert in Ansatz gebracht werden, wenn die Dichtigkeit bei Fertigstellung durch eine Messung nachgewiesen wird. Die Messungen erfolgen nach DIN EN 13829 über ein definiertes Differenzdruckverfahren. Als Messgerät kommt bei Peutz eine so genannte "Blower-Door" zum Einsatz.

    Mittels eines Ventilators wird ein Luftvolumenstrom bei unterschiedlichen Druckdifferenzen zwischen dem Gebäudeinneren und außen ermittelt. Der Luftvolumenstrom des Ventilators entspricht dem Luftvolumenstrom, welcher über die Undichtigkeiten der Gebäudehülle nachströmt. Aus den Messergebnissen wird eine mittlere Luftwechselrate berechnet, welche dann mit den Anforderungen der Regelwerke verglichen wird.



    Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr 2008





    Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.



    Gerne hören wir auch im nächsten Jahr wieder von Ihnen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!


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