Ausgabe 5 (September 2009)

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Peutz Consult GmbH
Knesebeckstraße 3
10623 Berlin

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Lärmschutzwandsysteme: Gabionen

Da Wandsysteme in Gabionenbauweise eine naturnahe Konstruktion ermöglichen (natürliche Optik des Füllgesteins, Bewuchs der Gabionen), werden diese seit einigen Jahren immer häufiger als Schallschutzwände entlang von Straßen- und Schienenverkehrswegen und auch im Bereich von Sport- / Freizeiteinrichtungen eingesetzt.

Im Falle der herkömmlichen Gabionenbauweise, d.h., eine lose Schüttung aus gebrochenem Stein in Metallkörben, wurde ursprünglich angenommen, dass z.B. bei Lavagestein durch die offene Porenstruktur mit einer ausreichenden Absorption zu rechnen ist und eine ausreichende Schalldämmung bedingt durch das hohe Flächengewicht vorliegt.

Für die Eignung einer Lärmschutzwand, z.B. an Straßen, bezüglich ihrer schalltechnischen Eigenschaften sind die Richtlinien ZTV-Lsw 88 sowie als Fortschreibung die ZTV-Lsw 06 zu berücksichtigen.

Die ZTV-Lsw 88 führt als Kenngröße bezüglich der Schalldämmung den Wert Delta LA,R,Str an, die ZTV-Lsw 06 hingegen bezieht sich auf die Kenngröße DLR. Da DLR und Delta LA,R,Str hinsichtlich der ermittelten Ergebnisse annähernd vergleichbar sind wird vereinfachend nur auf die (neue) Kenngröße DLR eingegangen.

Die ZTV-Lsw 06 fordert für Lärmschutzwände eine Schalldämmung DLR > 24 dB mit dem Zusatz, dass Fugeneinlagen dauerhaft dämmende Eigenschaften besitzen müssen.

Die beschriebe klassische Gabionenbauweise hat, in Abhängigkeit von der Dicke und Korngröße der Schüttung, eine Schalldämmung mit Werten von bis zu rd. DLR = 12 dB. Die Ursache für diese, im Vergleich zu den geforderten 24 dB, deutlich geringere Schalldämmung liegt, trotz eines hohen Flächengewichtes, darin begründet, dass sich der Schall durch die Lufträume zwischen den Steinen ausbreiten kann und somit bei tieferen und mittleren Frequenzen eine unzureichende Schalldämmung bewirkt. Manuelles Setzen der Steinfüllungen wirkt sich bei grobkörnigen Schotterfüllungen gegenüber einem rein geschütteten Aufbau positiv auf die Schalldämmung der Lärmschutzwand aus.

Bei Bewahrung der Optik, d.h., eine beidseitig sichtbare Gesteinsschüttung in Metallkörben, werden mittlerweile herstellerseitig Gabionensysteme angeboten, welche die Anforderungen der ZTV-Lsw 88 bzw. der ZTV-Lsw 06 im Hinblick auf die schalldämmenden und absorbierenden Eigenschaften erfüllen und somit im Sinne der Richtlinien die Funktionen einer Lärmschutzwand aufweisen.

Dies wird z.B. erreicht durch einen etwa 30 cm dicken Kern aus Split (Korngröße 2 bis 5 mm) mit ein- oder beidseitig angeordneten Dämmplatten (z.B. aus Steinwolle). Der Kern dient hierbei der Erhöhung der Schalldämmung, wobei die Dämmplatten in erster Linie die absorbierenden Eigenschaften verbessern sollen.



Konjunkturpaket II: Aktiver Lärmschutz

Mit dem 2. Konjunkturpaket verabschiedete die Bundesregierung am 27.01.2009 den "Pakt für Beschäftigung und Stabilität". Aus diesem Konjunkturpaket sind u.a. auch Lärmschutzmaßnahmen an Verkehrswegen förderfähig.

Derzeit sind bei Planungen an einem Güterbahnhof mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II umfangreiche aktive Lärmschutzmaßnahmen in Form einer ca. 5 m hohen Gabionenwand in der Umsetzung. Die Schallschutzwand wurde aufgrund durchgeführter Berechnungen dimensioniert.

Vor Errichtung dieser Wand wurden zur Ermittlung der Effektivität Luftschallmessungen durchgeführt, welche nach Fertigstellung der Gabionenwand wiederholt werden. Mit diesen Messungen wird somit die schalltechnische Wirksamkeit nicht nur rechnerisch, sondern auch messtechnisch, z.B. für den Mittelverwendungsnachweis, nachgewiesen.

Der Bedarf an städtischen Investitionen ist natürlich generell hoch. Eine Reihe von Städten nutzen einen Teil der Mittel um an exponierten Stellen, wenn auch nur für einen Teil der Anwohner, eine Verbesserung der Wohnsituation zu erreichen. Für die effektivste Verwendung der Mittel sind schalltechnische Untersuchungen unerlässlich.

Die Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) sieht keine messtechnischen Verfahren, sondern immer nur Berechnungen, vor. Für die Dimensionierung und Optimierung von aktiven Schallschutzmaßnahmen sind Rechenmodelle das effektivste Instrument. Dennoch kann oftmals mit Schallmessungen, eine erheblich verbesserte Akzeptanz bei den benachbarten Anwohnern durch eine Darstellung vorher - nachher erreicht werden. Das zur Verfügung stehende Konjunkturpaket II könnte daher zu einer Reduzierung der Verkehrslärmbelastungen, wenn auch nicht in dem wünschenswerten Maße, beitragen.



Baustellen: Dauermessungen und Beschwerdemanagement

Bautätigkeiten sind in der Regel mit Nachteilen für Anwohner (Lärm, Schwingungen, Staub) verbunden. Die Akzeptanz in der Bevölkerung und damit auch die reibungslose Durchführung von Baumaßnahmen lässt sich durch die Bereitstellung einer Beschwerdestelle verbessern.

Im Rahmen einer mehrjährigen Projektbegleitung z.B. in Verbindung mit Dauerüberwachungsmessungen zum Schall- und Erschütterungsschutz übernimmt Peutz auch das Beschwerdemanagement bei Baustellen als Vermittler zwischen Bauherren, Baufirmen und Anwohnern. Das heißt wir sind die zentrale Anlaufstelle für Beschwerden und Probleme aller Art über den Schall- und Erschütterungsschutz hinaus.

Bei einer durchgehenden Überwachung der Schallimmissionen aus z.B. einer großen Baumaßnahme wird bei einer eingehenden Beschwerde eines betroffenen Anwohners per Fernzugriff der Datensatz und die Audioaufzeichnung der Messstation des entsprechenden Zeitraumes geprüft, ob eine Auffälligkeit vorlag und ob z.B. eine Überschreitung von Anforderungen vorlag.

Die Beschwerde des Anwohners und das Ergebnis der Prüfung des Ereignisses werden dann an die Projektsteuerung weitergeleitet. Diese berät sich, ergreift Maßnahmen oder erarbeitet Vorschläge, welche an uns als Beschwerdemanagement zurückgegeben werden. Hieran schließt sich die Information des Anwohners über das Ergebnis der Beschwerde und möglichen Maßnahmen durch uns an. In der Regel beträgt hierbei die Reaktionszeit zwischen Eingang der Beschwerde und der Information des Anwohners mit einer Rückmeldung nur wenige Stunden.

Ergänzend zum Beschwerdemanagement erfolgt eine Benachrichtigung der Anwohner mit regelmäßigen Infobriefen der Projektsteuerung über die aktuell anstehenden Arbeiten auf der Baustelle. Die Verteilung dieser Briefe erfolgt ebenfalls über das Beschwerdemanagement.

Die Erfahrung zeigt, das diese Vorgehensweise von den Anwohner sehr positiv angenommen wird, da alles über einen zentralen Ansprechpartner läuft der über alle Vorgänge informiert ist. Dies erspart dem Anwohner sein Problem immer neuen Ansprechpartner erneut sein Anliegen erläutern zu müssen.

Für den Aufraggeber wird eine fortlaufenden Dokumentation der eingehenden Beschwerden und ausgehenden Antworten geführt und in regelmäßigen Abständen übermittelt. Gleiches gilt für die Ergebnisse der eventuell parallel durchgeführten Dauermessungen.



Hinweise des Eisenbahnbundesamtes vom 15.06.2009

Beim Neubau und Um- / Ausbau von Straßen- und Schienenwegen ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz zu berücksichtigen. Konkrete Regelungen bezüglich der schalltechnischen Aspekte sind in der 16. Bundes-Immissionsschutzverordnung niedergelegt. In dieser Verordnung werden ebenfalls Grenzwerte in Abhängigkeit von Gebietsnutzungen definiert. Bei Vorliegen der entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen ist das Ziel einer Planung und Bau von Schallschutzmaßnahmen diese Immissionsgrenzwerte einzuhalten.

§ 41 Bundes-Immissionsschutzgesetz lässt allerdings schon einen Abwägungsspielraum zu, soweit die Kosten der Schutzmaßnahmen außer Verhältnis zum angestrebten Schutzzweck stehen.

An Haupteisenbahnstrecken lassen sich die Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV oftmals auch mit umfangreichen Schallschutzmaßnahmen nicht einhalten. Bei solchen Planungen ist in der Regel dann eine Abwägung zu diesen Schallschutzmaßnahmen erforderlich.

Für eine Konkretisierung der Herangehensweise und Ermittlung der Grundlagen einer sachgerechten Abwägung wurden vom Eisenbahnbundesamt mit Datum vom 15.06.2009 Hinweise zur Erstellung schalltechnischer Untersuchungen in der Eisenbahnrichtlinie Planfeststellung von Neu- oder Ausbaumaßnahmen von Schienenwegen herausgegeben.

Basierend auf Gerichtsentscheidungen sind danach deutlich umfangreichere Variantenberechnungen, als bislang üblich, bei Vorliegen von Anspruchsvoraussetzungen auf Schallschutzmaßnahmen durchzuführen. Für jede Variante sind detaillierte Kosten-Nutzen-Analysen darzustellen. Diese zielen insbesondere in der Ermittlung der Anzahl von gelösten Schutzfällen und den jeweiligen Kosten für Schallschutzmaßnahmen je gelösten Schutzfall ab. Ein Schutzfall wird dabei definiert als ein Immissionsort (Wohneinheit), bei dem zum einen ein Anspruch und zum anderen auch weiterhin eine Immissionsgrenzwertüberschreitung vorliegt.

Erste Erfahrungen zeigen, dass bei der Umsetzung dieser Hinweise Erfahrungen und ein akustischer Sachverstand erforderlich ist. Untersuchungen von 150 Schallschutzvarianten oder mehr, die im Ergebnis nicht unbedingt eine sachgerechtere Abwägung ermöglichen, sind sicherlich nicht zielführend. Aus unserer Erfahrung mit der Anwendung in laufenden Verfahren ist mit solchen Betrachtungsweisen in der Regel ein deutlich höherer Aufwand bei der Erstellung der schalltechnischen Untersuchungen zu rechnen. Im Ergebnis sind höhere Schallschutzwände zu erwarten, obwohl höhere Schallschutzwände aus anderen Aspekten heraus, wie Stadtbild, Verschattungen dann nicht zwangsläufig auch umgesetzt werden können.



Thermische Gebäudesimulation: Notwendiges Werkzeug in der Gebäudeplanung

Bei der Planung von modernen Gebäuden sind drei wichtige miteinander in Verbindung stehende Themenkomplexe zu betrachten:

  • Erhöhte Anforderungen der Energieeinsparverordnung
  • Nachweis des sommerlichen Wärmeschutz
  • Anforderungen Klimatisierung / Kühllastberechnungen


  • Es stellt sich immer wieder die Frage, wie sich die Wechselwirkung der einzelnen Fachthemen für das Gebäude und den künftigen Nutzer auswirken. Zur Unterstützung der integralen Planung sind dazu zeitgemäße Werkzeuge wie die thermische Gebäudesimulation notwendig. Diese liefert detaillierte Kenntnisse zur Bestimmung von Leistungs- und Energiebedarfsdaten sowie zur Auslegung von technischen Anlagen für die Klimatisierung von Gebäuden. Angefangen von einfachen Lastberechnungen für Heizung, Lüftung und Kühlung bis hin zu speziellen Untersuchungen wie z.B. die sommerliche Erwärmung von Büroräumen.

    Die Ergebnisse finden nicht zuletzt Anwendung bei Wirtschaftlichkeits- und Lebenszyklusanalysen sowie bei Behaglichkeitsuntersuchungen wie sie heute schon in vielen Zertifizierungen (LEED, DGNB etc.) gefordert werden.

    Die Gebäudesimulation ermöglicht es das thermische Verhalten eines Gebäudes unter Berücksichtigung der äußeren Einflüsse und inneren Lasten detailliert zu untersuchen. Die äußeren Einflüsse werden durch detaillierte Klimadaten dem Standort entsprechend beschrieben. Das Gebäude wird in seiner Geometrie abgebildet, so dass die Verschattung von Nachbarbebauung und sogar die Eigenverschattung auf jedes einzelne Bauteil Berücksichtigung finden.

    Die inneren Lasten werden durch den künftigen Nutzer und die geplante Haustechnik abgebildet. Hierbei ist ein hoher Detaillierungsgrad sowohl in der zeitlichen Auflösung und als auch in der Beschreibung der Randbedingungen möglich. Somit lassen sich die unterschiedlichsten Fragen zu individuellen Gebäuden modellieren und beantworten.

    Beispielsweise lassen sich mit Hilfe der Gebäudesimulation u.a.:

  • Tagesgänge von Raumlufttemperatur abbilden
  • Häufigkeiten der operativen Raumtemperaturen bestimmen
  • Lastgänge unter Einfluss unterschiedlicher Fassadengeometrien ermitteln
  • Außenluftwechsel bei natürlicher Belüftung berechnen


  • Eine frühzeitige Einbindung in die Projektplanung ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Im Verlauf der Planung können bereits die Auswirkungen von Entscheidungen einzelner Fachplaner aus wirtschaftlicher und energetischer Sicht bewertet werden. So ist zu jeder Zeit eine zielgeführte Konzeption und Planungssicherheit gewährleistet.


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